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„Blaue Energie“ vom rechten Weserufer / SPD informierte sich über Baufortschritte am Weserkraftwerk

Kwerk.jpegHellblau leuchtet es aus der Tiefe, 130 Tonnen schwer, mit stählernen Rippen, von denen einige noch von einer Plane bedeckt sind. Von oben senkt sich Bewehrungsstahl am Haken eines Krans herab. Ein Arbeiter trennt Metall mit einer Flex. Funken sprühen. Das mächtige „S-Rohr“ wird zukünftig das Wasser auf die Turbinen des neuen Kraftwerks am Weserwehr lenken.

Die Stahlkonstruktion unten im Trog des Krafthauses ist ein deutliches Zeichen dafür, dass es vorwärts geht beim größten norddeutschen Neubauprojekt in Sachen Wasserenergie. Die SPD-Mitglieder der Deputation Umwelt und Energie informierten sich jetzt vor Ort in Hastedt über die Baufortschritte.

Jens Dennhardt, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftssfraktion: „Ich freue mich sehr, dass die Bauarbeiten seit ihrer Wiederaufnahme im Mai sichtbare Fortschritte machen. Durch dieses Kraftwerk werden 17.000 Bremer Haushalte mit umweltfreundlich erzeugtem Strom versorgt werden können. Das bedeutet 35.000 Tonnen weniger CO2, welches sonst durch die Verbrennung fossiler Energieträger freigesetzt würde.“

Zugleich bestehe die Chance, zu zeigen, dass die Nutzung von Wasserkraft nicht Kwerk2.jpegzwangsläufig mit schweren Schäden an der Fischfauna einhergehen müsse, so Dennhardt.

Christoph Kolpatzik, Prokurist der swb AG, hatte zuvor das umfangreiche Fischschutzkonzept der Anlage hervorgehoben – mit diversen Auf- und Abstiegshilfen, speziellen Rechen und einem „Turbinenschutz“. Auch die aktuelle Entscheidung für langsam laufendere und besonders präzise ausgeformte Turbinen mit vier anstatt drei Schaufeln werde von Vorteil für die Fischwelt sein, sagte Kolpatzik.

Dem swb-Vertreter zufolge sollen die beiden 5MW-Turbinen des neuen Kraftwerks Ende kommenden Jahres in Betrieb gehen. Die unterirdische Anlage wird von den Projektpartnern swb und Enercon realisiert. Investitionen: mindestens 40 Millionen Euro.

Bedauerlich sei indessen, dass die ursprünglich geplante Möglichkeit, sich als Bürger finanziell an dem Vorhaben zu beteiligen, vorerst nicht realisiert werden soll, so Umweltpoliliker Dennhardt. Laut swb lassen es gestiegene Projektrisiken zurzeit aus rechtlichen Gründen nicht zu, den für eine Bürgerbeteiligung notwendigen Beteiligungsprospekt aufzulegen.

Bei einem Gespräch mit Jens-Uwe Freitag (Geschäftsführer swb Erzeugung & Entsorgung) im Kraftwerk Hastedt, das im Anschluss an den Baustellenbesuch stattfand, erfuhren die Deputierten auch, dass das Unternehmen zudem Flexibilität und Effizienz seiner Anlagen in Bremen steigern möchte.

Hintergrund: Konventionelle Kraftwerke werden bei einem weiteren Ausbau der „Regenerativen“ mehr und mehr der komplementären Erzeugung dienen: Wenn Wind und Sonne nicht verfügbar sind, muss schnell und auf den Punkt Strom ins Netz eingespeist werden. Ältere Anlagen, die für die Grundversorgung ausgelegt sind, sind dafür nicht geeignet.

Kwerk1.jpegDennhardt begrüßte, dass die swb sich sowohl beim Neubau als auch bei der Umrüstung vorhandener Anlagen auf eine Zukunft mit erneuerbaren Energien einstelle.

Problematisch ist aus Sicht des Energieversorgers allerdings die „unklare Marktsituation“ nach der Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeit der deutschen Atommeiler zu verlängern. Auch würden durch aktuelle Beschlüsse im Bereich der Netznutzung insbesondere kleinere und mittlere Energieerzeuger in ihrer Wettbewerbsfähigkeit getroffen.

Die Bilder zeigen Arbeiten am zukünftigen Krafthaus des Weserkraftwerks sowie Teilnehmer des Baustellenbesuchs.

Fotos: SPD-Abgeordnetengemeinschaft